JESUS - Sein Leben und Wirken

Die Fragen der Sadduzäer und Pharisäer




Über die Ehe

Was Gott zusammenfügt

Matthäus 19,1 Und es begab sich, als Jesus diese Reden vollendet hatte, dass er sich aufmachte aus Galiläa und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordans;
2 und eine große Menge folgte ihm nach und er heilte sie dort.

3 Da traten Pharisäer zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Ist's erlaubt, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet?
4 Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau
5 und sprach (1.Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«?
6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!

1 Mose 1,27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Was Gott zusammenfügt. Das bedeutet, da war vorher etwas getrennt, was er geschaffen hat. Was das ist / war, das lesen wir in Matthäus 19,4 bzw. in 1 Mose 1,27. Er schuf Mann und Frau. Zwei Geschlechter. 

Und sowohl der Mann als auch die Frau sind ein Bild Gottes. Was bedeutet, sie spiegeln das Wesen Gottes wider. 

Beide sind ein Bild Gottes. Das bedeutet,  in Gott selbst sind beide miteinander vereint. Nun nimmt er den männlichen Teil von sich und gibt diesen in eine äußere Form. Dasselbe macht er mit dem weiblichen Teil. 

Und dann führt er die beiden Formen wieder zusammen. Das gleicht dem Bild einer Ehe. 

Lexikon zur Bibel S. 260-264: Ehe meint das nach jeweils geltendem Brauch und Recht zustande gekommene feste Verhältnis von Mann und Frau , das durch körperliche und geistige Gemeinschaft ausgezeichnet und dessen Sinn und Ziel nach dem Schöpfungsbericht die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft ist (1 Mo 2,18.20.23; Spr 5,18f; Mt 19,4-6).

Angesichts der sehr verschiedenen Formen ehelicher Gemeinschaft, die sich im AT finden, ist es nicht verwunderlich, daß die hebräische Bibel eigentlich keinen Begriff für Ehe kennt; vielmehr wird in den geschichtlichen Berichten genauso wie in den Gesetzen jeweils von ihrem praktischen Vollzug, ihrer Schließung, ihrer Gefährdung usw. gesprochen. 

Sie ist vielleicht am ehesten vergleichbar mit dem Bund, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat (Hos 2; Mal 2,14).

Die Stiftung der Ehe schafft die bewahrende Kraft für die Kinder, das Leben in der Familie und überhaupt das geordnete Leben des Volkes. Die oben erwähnte Nähe zum Bund zeigt sich darin, daß in der Eheschließung der Mensch wählt und sich bindet, daß also eine menschliche Gemeinschaft entsteht, nicht eine beliebig sich vermischende Masse.  

Die Bibel verwendet das Bild der Ehe häufig, um das Verhältnis Gottes zu bezeichnen. In allen diesen Fällen ist die Einehe vorausgesetzt (Jes 54,5ff; 62,5; Jer 2,2ff; 3; Hos 2,18ff), was wiederum nicht ohne bezeichnende Bedeutung für die menschliche Ehe sein kann: diese wir ja auch in Eph 5,32 als ein Geheimnis für das Verhältnis Christi zu seiner Gemeinde genommen.

Da aber die Bibel voll ist von der Wahl des einen Volkes und der verbindlichen Festlegung Gottes, so kann dies in Blick auf die Ehe auch für den Menschen nur die eine Entscheidung, und diese ganz, bedeuten.  

So drückt das Bild der Ehe im Verhältnis Gottes zu seinem Volk – und die Verlobung ist in dieser Hinsicht der Ehe gleichgestellt (Hos 2,21) – seine Treue, seine Bereitschaft zur Aufrechterhaltung des Bundes auch über menschliche Untreue hinweg aus.  Gott wirbt um sein Volk, er sucht es heimzuholen, er ist bereit, das Gebrochene wieder zu heilen.

Und ganz dieser Anwendung des Bildes entsprechend wird dann Abfall von Gott, die Anbetung fremder Götter und Götzen als Ehebruch bezeichnet (Jer 2,2; 3,6ff; 5,7ff; 13,25ff; Hes 16; Hos 2,4f u.ö.).

Ehe (zusammengefasst)

·         körperliche und geistige Gemeinschaft

·         Lebens- und Arbeitsgemeinschaft

 

·         Bewahrende Kraft für das geordnete Leben

Zwischen dem Vater im Himmel besteht eine Gemeinschaft, diese Gemeinschaft ist die bewahrende Kraft für unser geordnetes Leben.

Ehescheidung 

Matthäus 19,7 Da fragten sie: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden?
8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist's nicht so gewesen.
9 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.

Die Antwort von Jesus ist deutlich und eindeutig.  „Eures Herzens Härte wegen“. Aufgrund dessen, weil durch die Entscheidung der ersten Menschen, siehe 1 Mose 3, die Sünde in die Welt gekommen ist und Einzug in die Herzen gehalten hat.

Die Scheidung war nie von Gott vorgesehen; siehe „von Anfang an aber ist's nicht so gewesen.“  

Scheidung war ein letzter Ausweg im Umgang mit einer solchen Herzenshärte. Die Pharisäer machten den Fehler, dass sie Gottes gnädige Vorkehrungen zur Genehmigung von Ehescheidung (unter gewissen Umständen) mit der Annahme verwechselten, dass er sie gewollt habe. [sermon-online.com]

Es war ein reines Zugeständnis von unserem Vater im Himmel.

Lexikon zur Bibel S. 260-264: Der Mann kann die eigene Ehe nicht brechen; als Ehebruch gilt nur die geschlechtliche Gemeinschaft einer verheirateten oder verlobten Frau mit einem anderen Mann (2 Mo 20,17; 3 Mo 20,20), d.h. er war ein Vergehen am Eigentum des anderen Mannes (in 2 Mo 20,17 ist die Frau eingeordnet zwischen Haus und Knecht, Magd,  Rind und Esel und steht mit unter dem Nachsatz „alles, was dein Nächster hat“.

2 Mose 20,17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

Hier begeht eher der Mann den Ehebruch. Zudem gehören im Grunde genommen immer zwei dazu. Doch das Recht der Ehescheidung:

Die Ehescheidung ist ein ausschließliches Vorrecht des Mannes. Er ist nach 5 Mo 24,1 berechtigt, seine Frau zu entlassen, wenn er etwas „Schändliches an ihr gefunden hat“. Diese Bestimmung läßt viele Deutungen offen; sie hat wohl ursprünglich nur von unzüchtigem Umgang gegolten, doch waren die Gesetzeslehrer z.Zt. Jesu bereit, schon wegen eines geringfügigen Mißfallens dem Mann das Recht zur Entlassung seiner Frau zuzugestehen.

Er mußte ihr einen Scheidebrief geben (Jes 50,1), aufgrund dessen sie in ihr Elternhaus zurückkehrte (3 Mo 22,13) und wieder verheiratet werden konnte. 

Meine Feststellung: das Thema Ehescheidung ist insgesamt ein schwieriges Terrain, besonders wenn man sich an die in der Bibel gelisteten Gesetze / Gebote halten möchte. 

Auch heute noch lassen sich die Menschen scheiden, auch die Christen, die Nachfolger Jesu. Denn auch da gibt es Ehebruch durch das Fremdgehen. Oder es gibt andere Gründe für das Beenden einer Ehe, wenn das Paar sich beispielsweise auseinandergelebt hat, und es keine Gemeinsamkeiten mehr gibt.

Gewalt spielt ebenso eine Rolle, sofern der geschlagene Partner es schafft, sich von dem zu trennen, der Gewalt anwendet (sei es physische, sexuelle, emotionale Gewalt).

Gewalt kann sowohl von Mann gegen die Frau, als auch von der Frau gegen den Mann ausgehen. 

Unser Vater im Himmel erlaubt die Scheidung unter den Menschen zwischen Mann und Frau, wenn ein Ehebruch besteht.

Er selbst jedoch bleibt seinem Bund mit uns treu und wirbt immer wieder darum, daß wir zu ihm zurückkehrt. Sein Bund ist ewig, und seine Liebe so groß, daß er niemals einen Scheidebrief an uns ausstellt.

Eheunfähigkeit

Matthäus 19,10 Da sprachen seine Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit seiner Frau so, dann ist's nicht gut zu heiraten.
11 Er sprach aber zu ihnen: Dies Wort fassen nicht alle, sondern nur die, denen es gegeben ist.
12 Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!

Ist das wirklich so richtig übersetzt? Ich habe mir daher die Mühe gemacht, und Vers 12 nochmals aus dem hebräischen ins deutsche übersetzt. Dort steht kein hebräisches Wort für Ehe, sondern „sarisim“ für Eunuchen / Hofbeamte. Heraus kam also folgendes:

Denn es gibt Eunuchen / Hofbeamte, die vom Mutterleib ihrer Mutter so geboren worden; und es gibt Eunuchen / Hofbeamte, die durch Menschenhand gemacht wordend zu Eunuchen / Hofbeamten; und es gibt Eunuchen / Hofbeamte, die sich selbst gemacht haben zu Eunuchen / Hofbeamten um des Königreichs der Himmel willen.

Was sind Eunuchen?

Obwohl das Wort saris Eunuch bedeutet, wird es oft mit „Hofbeamter" oder „Kämmerer" übersetzt, weil die Eunuchen oft solche Funktionen des Vertrauens besetzten. Der Äthiopier, der von Philippus getauft wurde, war ein Eunuch, der von seiner Königin mit großer Macht ausgestattet worden war (Apg 8,27). [bibelkommentare.de/lexikon]

Zusammengefasst ergibt sich folgendes

In den Stand von Eunuchen / Hofbeamten, (um diesen Ausdruck zu verwenden)

·         hineingeboren

·         gerufen von Menschen, d.h. von Königen

·         sich selbst gestellt, weil ihm die Sache des Königreiches sehr am Herzen liegt

Was haben Eunuchen bzw. Hofbeamte mit der Ehe zu tun? Diese Personen haben eine große Verantwortung. Ähnlich ist es auch zwischen dem Volk Israel und Gott, der sie erwählt hat. 

Das Volk Israel hatte und hat den Auftrag und die Verantwortung, zwischen Gott und den anderen Völkern zu vermitteln, auch wenn nur der Stamm Levi für den Dienst am / im Tempel berufen worden ist für alle Zeiten.

Übertragen auf die Ehe: Die Nachkommen Israels sind daher automatisch in diesen Stand der Ehe zwischen Ihm und seinem Volk hineingeboren.

Vom König zum Hofbeamten in eine verantwortungsvolle Aufgabe berufen und eingesetzt. Zum einen von Gott  unserem Vater im Himmel im AT, der auch unser König ist:

·         Adam und Eva                  Garten Eden

·         Noah                                    Arche, um dann mit seiner Familie die Erde neu zu bevölkern

·         Abraham                            dessen Nachkommen das erwählte Volk werden, um zwischen IHM  

                                                         und der Welt zu vermitteln

·         Mose                                   um das Volk aus der Knechtschaft in Ägypten ins Gelobte Land zu                                                                                     führen

Zum anderen im NT von Jesus die Jünger, um sie auszubilden, damit sie sein begonnenes Werk fortzusetzen.

Übertragen auf die Ehe: Trotz unserer vielen menschlichen Unzulänglichkeiten (diverser Fehlverhalten; aus unserer Sicht gesehen, daß wir uns für unfähig halten, werden wir berufen,  im Königreich der Himmel mitzuarbeiten, in verantwortungsvollen Positionen.

Und die dritte Gruppe: sich selbst zum Mitarbeiter machen, das bedeutet, die Sache des Himmelreiches ist wichtiger als alles andere auf der Erde. Und wurde als persönliche Entscheidung getroffen.

Übertragen auf die Ehe:

·         Führt die dritte Gruppe eine Ehe mit Gott, die sie freiwillig eingegangen sind.


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