JESUS - Sein Leben und Wirken

Die Fragen der Sadduzäer und Pharisäer



Jesus warnt die Jünger, letztendlich auch uns, vor der Lehre der Sadduzäer und der Pharisäer.  Zudem gibt es bei einigen Themen so einige Differenzen im Verständnis des Wortes unseres Vaters im Himmel.

Am häufigsten trafen die Pharisäer und Jesus aufeinander. Und die Lehre Jesu und sein Verhalten fanden sie nach ihren Vorstellungen nicht in Ordnung. Doch eines nach dem anderen. Ich gehe mit euch / mit dir jedes Thema durch, das sie bei Jesus angesprochen haben.

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Über das Fasten 

Matthäus 9,14 Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer so viel und deine Jünger fasten nicht?
15 Jesus antwortete ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste Leid tragen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.

Warum fasten die Pharisäer so viel? Eine Antwort finden wir in einem anderen Evangelium

Lukas 18,10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner.
12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.

Zweimal pro Woche. Das ist ganz schön viel. Bei 52 Wochen sind das 104 Tage. Ein Pensum, das von den Menschen aus einfachen Verhältnissen gar nicht umsetzbar ist. Und dieser Pharisäer ist auch noch ganz stolz darauf und brüstet sich vor Gott, unserem Vater im Himmel damit.

Die Antwort von Jesus: „Solange ich anwesend bin, wird nicht gefastet.  Wenn ich nicht mehr da bin, dann werden sie fasten.“  Denn er ist der Bräutigam, der dann in den Himmel zum Vater im Himmel zurückkehrt.

Aber müssen wir wirklich immer fasten, solange er nicht wieder sichtbar anwesend ist? Und was ist mit seiner Aussage „Ich bin bei euch alle Tage“? Genau genommen ist er nach wie vor da. Also bräuchten wir gar nicht fasten.

Ob das Fasten bzw. die Regeln, wie es von den Kirchen und Gemeinden praktiziert bzw. vorgeschrieben wird, wirklich zu Gott näher bringt, das bezweifle ich. Denn wenn wir die Fastenpraxis des Pharisäers anschauen, machte sich keine Veränderung in dessen Lebenswandel  bemerkbar.

Fasten im AT

Wir schauen uns die Praxis des Fastens an, wie im AT gefastet worden ist, bevor Jesus gekommen ist, und selbst darüber nochmals etwas gesagt hat.

Das Judentum kennt nur einen festgelegten Fasten- und Versöhnungstag: Jom Kippur. Hier wird heute von orthodoxen aber auch nicht-religiösen Juden 25 Stunden keine Nahrung oder Getränke zu sich genommen. Dieser Feiertag erscheint bereits im 3. Buch Mose 29 und 30:  

[https://generationschurch.de/praktisch-glauben/biblisches-fasten/]

3 Mose 16,29 Auch soll euch dies eine ewige Ordnung sein: Am zehnten Tage des siebenten Monats sollt ihr fasten und keine Arbeit tun, weder ein Einheimischer noch ein Fremdling unter euch.
30 Denn an diesem Tage geschieht eure Entsühnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem HERRN.
31 Darum soll es euch ein hochheiliger Sabbat sein und ihr sollt fasten. Eine ewige Ordnung sei das.

3 Mose 23,27 Am zehnten Tage in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag. Da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und fasten und dem HERRN Feueropfer darbringen
28 und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage, denn es ist der Versöhnungstag, dass ihr entsühnt werdet vor dem HERRN, eurem Gott.
29 Denn wer nicht fastet an diesem Tage, der wird aus seinem Volk ausgerottet werden.
30 Und wer an diesem Tage irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk.
31 Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt.
32 Ein feierlicher Sabbat soll er euch sein und ihr sollt fasten. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr diesen Ruhetag halten, vom Abend an bis wieder zum Abend.

·         Am 10. Tag im 7. Monat,

·         Das Fasten beginnt am Abend vor dem eigentlichen Fastentag

·         keiner geht arbeiten.

·         Grund: Entsühnung, Reinigung von allen Sünden

·         Tag der Entsühnung wird ein hochheiliger Sabbat genannt

Fasten bedeutet hier, seiner täglichen Arbeit nicht mehr nachzugehen, sondern an diesem Tag sich hinwenden zum Vater im Himmel, um sich mit ihm zu versöhnen.

Dieses Fasten hat unser Vater im Himmel angeordnet.

Fasten, freiwillig, einzelne Personen

Dann gibt es noch das freiwillige Fasten einzelner Personen, die so ihre Gründe hatten, unseren Vater im Himmel zu suchen und bestimmte Dinge von ihm zu erflehen.

·         Solange ein Kind oder sonst jemand krank ist                 2 Sam 12,21-23

·         Vorbereitung für die Reise nach Jerusalem                       Esra 8,21             

·         Königin Esther, bevor sie zum König geht                          Esther 4,16

·         Daniel in babylonischer Gefangenschaft                             Daniel 9,3

2 Sam 12,15 Und der HERR schlug das Kind, das Urias Frau David geboren hatte, sodass es todkrank wurde.
16 Und David suchte Gott um des Knäbleins willen und fastete, und wenn er heimkam, lag er über Nacht auf der Erde.
17 Da traten herzu die Ältesten seines Hauses und wollten ihn aufrichten von der Erde; er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen.
18 Am siebenten Tage aber starb das Kind. Und die Männer Davids fürchteten sich, ihm zu sagen, dass das Kind tot sei; denn sie dachten: Siehe, als das Kind noch am Leben war, redeten wir mit ihm und er hörte nicht auf uns; wie könnten wir ihm nun sagen: Das Kind ist tot! Er könnte ein Unheil anrichten.

19 Als aber David sah, dass seine Männer leise redeten, merkte er, dass das Kind tot sei, und sprach zu seinen Männern: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Ja.
20 Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und zog andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an. Und als er wieder heimkam, ließ er sich Speise auftragen und aß.
21 Da sprachen seine Männer zu ihm: Was soll das, was du tust? Als das Kind lebte, hast du gefastet und geweint; nun es aber gestorben ist, stehst du auf und isst?
22 Er sprach: Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn ich dachte: Wer weiß, ob mir der HERR nicht gnädig wird und das Kind am Leben bleibt.
23 Nun es aber tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir zurück.

David fastete 7 Tage, weinte und flehte zum Vater im Himmel, daß er das Kind am Leben bleiben läßt. Er beendet dies jedoch, nachdem der Vater im Himmel es doch sterben ließ. 

Ich habe meine Hochachtung vor David, diesen langen Zeitraum zu fasten. Und überhaupt den Vater im Himmel aufzusuchen.  . Dafür braucht es Demut, sich vor ihm zu beugen. Und zudem Kraft und Ausdauer. Diese bekommt man wohl in besonderen Situationen. 

Esra 8,21 Und ich ließ dort am Fluss bei Ahawa ein Fasten ausrufen, damit wir uns vor unserm Gott demütigten, um von ihm eine Reise ohne Gefahren zu erbitten für uns und unsere Kinder und alle unsere Habe.
22 Denn ich schämte mich, vom König Geleit und Reiter zu fordern, um uns auf dem Wege vor Feinden zu helfen. Denn wir hatten dem König gesagt: Die Hand unseres Gottes ist zum Besten über allen, die ihn suchen, und seine Stärke und sein Zorn gegen alle, die ihn verlassen.
23
So fasteten wir und erbaten solches von unserm Gott; und er erhörte uns.

Esra bereitete sich durch Fasten auf die gefahrvolle Reise nach Jerusalem vor. Er demütigte sich vor unserem Vater im Himmel, um von ihm den Schutz und Geleit zu bitten. Wir erkennen, daß Esra sich lieber in vollem Umfang auf IHN verlassen wollte, anstatt um eine Schutztruppe vom König zu fordern.

Und wir? So extrem gefahrenvoll ist es heute nicht mehr. Dennoch, draußen auf der Straße ist auch nicht mehr so sicher wegen der vielen Fahrzeugen auf der Straße, dem immer weniger beachten der Verkehrsregeln.  Sowie Menschen, die andere berauben, zusammenschlagen etc. auch am helllichten Tage.

Die Lösung ist ganz einfach lautet: Wir wenden uns ganz ohne Fasten dem Vater im Himmel zu und bittet um Geleitschutz. 

Esther 4,15 Ester ließ Mordechai antworten:
16 So geh hin und versammle alle Juden, die in Susa sind, und fastet für mich, dass ihr nicht esst und trinkt drei Tage lang, weder Tag noch Nacht. Auch ich und meine Dienerinnen wollen so fasten. Und dann will ich zum König hineingehen entgegen dem Gesetz. Komme ich um, so komme ich um.

Von Mordechai hatte Esther erfahren, daß Haman einen Anschlag auf die Juden geplant hat. Da sie ja selbst Jüdin ist, als die Frau des Königs jedoch die Möglichkeit hatte, auf ihren königlichen Gemahl Einfluss nehmen zu können, blieb sie wirklich nicht untätig.

Sie rief ein Fasten aus, an der sich viele beteiligten.  Wie Esra suchten sie Gott unseren Vater im Himmel, um ihnen entsprechend zu helfen. 

Daniel 9,1 Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, aus dem Stamm der Meder, der über das Reich der Chaldäer König wurde,
2 in diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den Büchern auf die Zahl der Jahre, von denen der HERR geredet hatte zum Propheten Jeremia, dass nämlich Jerusalem siebzig Jahre wüst liegen sollte.
3 Und ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche.

Daniel, in babylonischer Gefangenschaft, wendet sich zu unserem Vater im Himmel, und tat Buße für sein Volk und sich. Und bekannte alles, was sie falsch gemacht hatten. Zudem erwähnte er , daß unser Vater im Himmel bis dahin sein Wort gehalten hat, das er schon durch Mose ankündigte. 

Daniel bat und flehte beim Vater im Himmel um Gnade. Anstelle einer schnellen Wendung, dahingehend, daß Israel bald zurückkehrt aus der babylonischen Gefangenschaft, da wird ihm offenbart, was dessen Pläne mit dem Volk Israel sind, und der Prophet Jeremia darüber geschrieben hat.

Doch warum bekommt Daniel weitere Informationen bezüglich der 70 Jahre in der babylonischen Gefangenschaft, während da in dieser Zeit Jerusalem wüst daliegen sollte?

Die Antwort finden wir im Vers 2: Dem Daniel war das mit den 70 Jahren wichtig. Dies hat unser Vater im Himmel gesehen und sandte dann seinen Erzengel Gabriel, um ihm dann weitere Details zu offenbaren.

Fasten, ausgerufen von den Königen und anderen Personen

·         Von König Joschafat ausgerufen, um den Herrn zu suchen           2 Chr 20

·         Von Judas Makkabäus ausgerufen                                                        1 Makk 3,17ff

·         Von Judas Makkabäus ausgerufen                                                        2 Makk 13,12

·         Von Jojakim, dem Hohepriester ermutigt                                            Judith 4,7.11

·         Von König Jojakim ausgerufen                                                               Jeremia 36,9

·         Von den Leuten von Ninive                                                                      Jona 3

2 Chr 20,1 Danach kamen die Moabiter, die Ammoniter und mit ihnen auch Mëuniter, um gegen Joschafat zu kämpfen.
2 Und man kam und sagte zu Joschafat: Es kommt gegen dich eine große Menge von jenseits des Salzmeeres, von Edom, und siehe, sie sind schon in Hazezon-Tamar, das ist En-Gedi.
3 Joschafat aber fürchtete sich und richtete sein Angesicht darauf, den HERRN zu suchen; und er ließ in ganz Juda ein Fasten ausrufen.
4 Und Juda kam zusammen, den HERRN zu suchen; auch aus allen Städten Judas kamen sie, den HERRN zu suchen.

König Joschafat steht vor einem Kampf gegen die in Vers 1 genannten Völker. Bei der großen Heerschar würden auch wir Angst bekommen. Daher ruft er zum Fasten auf, um unseren Vater im Himmel zu suchen und um seine Hilfe zu bitten, um eine Antwort, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen.

2 Chronik 20,12 Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist keine Kraft gegen dies große Heer, das gegen uns kommt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.

Die Antwort unseres Vaters im Himmel

2 Chronik 20,15 Und Jahasiël sprach: Merkt auf, ganz Juda und ihr Einwohner von Jerusalem und du, König Joschafat! So spricht der HERR zu euch: Ihr sollt euch nicht fürchten und nicht verzagen vor diesem großen Heer; denn nicht ihr kämpft, sondern Gott.

Weitere Einzelheiten sind in den nachfolgenden Versen zu lesen.

1 Makk 3,16 Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen.
17 Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen?
18 Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn Gott kann ebenso gut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele.
19 Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen.

Fasten ermüdet wohl. Wie lange sie gefastet haben, geht nicht daraus hervor. Aber wir können aus diesem Bibeltext etwas lernen. 

Die Zuversicht, die Judas da an den Tag legt. Er setzt sein Vertrauen in den Vater im Himmel, daß er mit seiner kleinen Heerschar siegen wird. Und sein Glaube und sein Vertrauen werden belohnt:

1 Makk 3,22 Darum wird sie Gott vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht fürchten.
23 Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich's versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht
24 und jagte sie von Bet-Horon hinunter in die Ebene und erschlug achthundert Mann; die Übrigen flohen ins Philisterland.
25 So legte sich Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brüdern auf alle Völker ringsum.
26 Und in allen Ländern sprach man von Judas und seinen Taten und es kam auch vor den König.

Judith 4,11 und sprach: Das sollt ihr wissen, dass der Herr euer Gebet erhören wird, wenn ihr nicht ablasst vom Fasten und Beten vor dem Herrn.
12 Denkt an Mose, den Diener des Herrn, der nicht mit dem Schwert, sondern mit heiligem Gebet die Amalekiter schlug, die sich auf ihre Kraft und Macht, auf ihr Heer, auf Schild, Wagen und Reiter verließen.

Durch Fasten und Gebet. Eine interessante Information. Auch wir haben oft zu kämpfen, insbesondere gegen die Mächte der Finsternis, und nicht gegen Fleisch und Blut

Eph 6,12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Eines der bekanntesten Überlieferungen über das Fasten, liefert uns das Buch Jona. Sie taten wirklich Buße. Wie lange die Fastenzeit tatsächlich gedauert hat, geht nicht daraus hervor.

Meine Vermutung ist eher die, daß es 40 Tage gewesen sein müßten, denn der Vater im Himmel hat eine Frist von 40 Tagen gesetzt, bevor er Ninive untergehen läßt.

Jona 3,4 Und als Jona anfing, in die Stadt hineinzugehen, und eine Tagereise weit gekommen war, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen.
5 Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, Groß und Klein, den Sack zur Buße an.

Fasten im NT

Mt 6,16 Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,
18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

Fasten ist gewissermaßen Privatsache, eine Angelegenheit zwischen dem Vater im Himmel und mir persönlich.

Lukas 2,36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte,
37 und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.

Leider geht nicht daraus hervor, wie alt Hanna war, als geheiratet hatte. Und wie viele Jahre sie Gott mit dem Fasten und Beten diente. Dennoch, respektabel, und beachtlich, was Hanna da tut. Im Unterschied zu den meisten unter uns, hatte sie Zeit, sehr viel Zeit. Und nutzte diese sehr sinnvoll.

1 Tim 5,5 Das ist aber eine rechte Witwe, die allein steht, die ihre Hoffnung auf Gott setzt und beharrlich fleht und betet Tag und Nacht.

Und Paulus selbst schreibt: 

2 Korinther 6,3 Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde;
4 sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten,
5 in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten,
6 in Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe,
7 in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken,
8 in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig;
9 als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet;
10 als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

Demnach gehört das Fasten auch zu einem Diener unseres Vaters im Himmel. 

Wie Fasten sein soll-te bzw. nicht sein soll-te

·         Falsches und echtes Fasten                                                                      Jesaja 58,1-7

·         Mit ganzem Herzen                                                                                     Joel 2,12ff

·         Fasten ohne echte Veränderung des Lebenswandels                        Sirach 34,31

·         Fasten, für wen?                                                                                           Sacharja 7

·         Vierten, fünften , siebten und 10. Monat soll zur Freude sein         Sacharja 8

·         Fasten besser als irdische Schätze sammeln                                     Tobias 12,9

Hier finden wir einige Bibelstellen, was dem Vater im Himmel am Fasten gefällt und was ihm nicht gefällt:

Jesaja 58,1 Rufe getrost, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden!
2 Sie suchen mich täglich und begehren meine Wege zu wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie begehren, dass Gott sich nahe.
3 »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst's nicht wissen?«
Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter.
4 Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll.
5 Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat?

6 Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!
7 Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Joel 2,12 Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!
13 Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehrt euch zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es gereut ihn bald die Strafe.

Fasten ohne Änderung seines Lebenswandels?

Sirach 34,31 So ist der Mensch, der für seine Sünden fastet und sündigt immer wieder: wer soll sein Gebet erhören, und was hilft ihm sein Fasten?

Für wen fasten, essen und trinken wir?

Sacharja 75 Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich: Als ihr fastetet und Leid trugt im fünften und siebenten Monat diese siebzig Jahre lang, habt ihr da für mich gefastet?
6 Und wenn ihr esst und trinkt, esst und trinkt ihr da nicht für euch selbst?

Römer 14,6 Wer auf den Tag achtet, der tut's im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch.

Fasten und Trauern?

Daniel 10,1 Im dritten Jahr des Königs Kyrus von Persien wurde dem Daniel, der Beltschazar heißt, etwas offenbart, was gewiss ist und von großen Dingen handelt. Und er achtete darauf und verstand das Gesicht.
2 Zu der Zeit trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang.
3 Ich aß keine leckere Speise; Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund; und ich salbte mich auch nicht, bis die drei Wochen um waren.

Wie ist dieser Text nun wirklich zu verstehen? Eigentlich einfach, nachdem wir das mehrmals gelesen haben: Daniel erhielt eine Offenbarung. Was er hörte und sah, versetzte ihn in Trauer. Da ist es vollkommen normal, daß ihm leckere Speisen nicht mehr schmecken, und es ihm widersteht, Fleisch und Wein zu sich nehmen. 

Fasten soll zu Freude und Wonne werden?

Sacharja 8,19 So spricht der HERR Zebaoth: Die Fasten des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats sollen dem Hause Juda zur Freude und Wonne und zu fröhlichen Festzeiten werden. Doch liebt Wahrheit und Frieden!

Hier bekommt das Fasten die wirkliche Bedeutung: Unseren Lebenswandel ändern. Die Lüge ablegen und die Wahrheit reden.

Das ist das Fasten, was unserem Vater im Himmel gefällt, wirklich gefällt. Und hat mit unserem Herzen zu tun. 

Zumal Fasten nichts anderes ist, als verzichten. Darauf verzichten, weiterhin zu lügen, stattdessen ab sofort die Wahrheit zu reden. Wobei das, zugebener maßen, bei manchen ein langwieriger Weg ist, bis das Umfeld ihm/ihr auch glaubt, daß er / sie wirklich nicht mehr lügt. 

Schließlich war man nichts anderes gewohnt. 

Da dauert es wirklich, bis uns auch von unserem Umfeld abgenommen wird, daß wir wirklich nicht mehr lügen, und wir unseren Lebenswandel geändert haben.

Überblick, was dem Vater im Himmel gefällt und nicht gefällt

Was dem Vater im Himmel nicht gefällt


Hader

Zank

Den Geschäften nachgehen

Die Mitarbeiter , Angestellten bedrücken

Sich kasteien

Kopf hängen wie Schilf

In Sack und Asche gehen

Was dem Vater im Himmel gefällt


Änderung meines Lebenswandels, meiner inneren Einstellungen:

Nächstenliebe, Barmherzigkeit üben                              siehe Jes 58,6.7; auch mir selbst gegenüber


Sauer dreinsehen

Gesicht verstellen

Vor allen Leuten zeigen, daß man fastet

Haupt salben

Gesicht waschen

Privatangelegenheit zwischen dem Vater im Himmel und mir


Kleider zerreißen

Mit ganzem Herzen

Mit Weinen und Klagen


Fasten wegen der Sünden, aber keine Änderung im Lebenswandel

Fasten wegen der Sünden, und Lebenswandel ändern


im Blick auf sich selbst

Essen und trinken im Blick auf Gott

Fasten und Umkehr im Blick auf Gott


Leid tragen

Fasten soll uns Freude bereiten


Zur Dauer des Fastens

Wer fastet wie lange für was / was / wegen
 Volk Israel, alle Fremden 1 Tag Versöhnungstag / Jom Kippur
David 7 Tage todkrankes Kind
Esther und viele Juden 3 Tage Vorbereitung, bevor sie zum König geht wegen der Verschwörung gegen die Juden
Ninive 40 Tage Drohendem Gericht
Esra und Volk unbekannt Reise nach Jerusalem vorbereiten
Daniel 21 Tage Vorbereitung auf die Offenbarung Gottes
Volk Israel 70 Jahre lang; je einmal im 5.u. 7. Monat für den Vater im Himmel oder für sich selbst?
Jesus 40 Tage nachdem er vom Heiligen Geist in die Wüste geführt worden war
Mose 40 Tage auf dem Berg Sinai, um den Plan der Stiftshütte zu erhalten, und die 10 Gebote
Pharisäer  2x pro Woche  

Wie wir der Tabelle entnehmen können,  ist die Dauer des Fastens recht unterschiedlich.  Was es für persönlich immens schwer macht, selbst fasten zu wollen.  

Wie der Pharisäer es praktiziert, das wollen wir auch nicht.  Das gefällt dem Vater im Himmel ebenso wenig.  Und die Fastentage praktizieren, die die Kirchen, Religionen so vorgeben? Das ist nicht jedermanns Sache.

Fastentage in unserem heutigen Alltagstrubel zu integrieren, gelingt möglicherweise auch nicht so ganz. Irgendwelche Störungen gibt es immer wieder mal. Denn uns so ganz entziehen können wir uns auch nicht, sonst machen sich so manche liebe Mitmenschen so ihre Sorgen um uns, wenn sie uns nicht erreichen können.

Sünden bekennen, unseren Lebenswandel zu ändern, das geht auch ohne Fasten. 

Mose und Jesus : Vierzig Tage ohne Essen und Trinken

2 Mose 34,28 Und er war allda bei dem HERRN vierzig Tage und vierzig Nächte und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte.

Matthäus 4,2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

 


Mose und Jesus.  40 Tage so ganz ohne Nahrung? Ich bin überzeugt, daß unser Vater im Himmel uns das nicht zumuten wird. 

Und so zu praktizieren wie in der Kirche mit den 40 Tagen bis Ostern, und während dieser Zeit auf dieses oder jenes zu verzichten? Das ist nicht das Fasten im Sinne unseres Vaters im Himmel. 

Dennoch verbiete ich euch weder das Fasten noch verlange ich es von euch , sondern schaue zum Abschluss nochmals an - ob das Fasten, wie es im AT praktiziert wird, für jeden einzelnen unter uns überhaupt Sinn macht. 

Und was von diesen Beispielen für uns infrage kommt. Hierzu geht's auf der nachfolgenden Seite weiter


Über das Fasten, Fasten im 21. Jahrhundert


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